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Halsband, Geschirr oder Leine für Hunde?

Es gibt unzählige Hilfsmittel, um deinen Hund zu führen, doch nicht alle sind gleich gut und eignen sich für den selben Zweck. Hier findest du alle Informationen über die mehr oder weniger gängigen und bekannten Möglichkeiten.

Du kannst dabei diese Hilfsmittel:

  • Halsband
  • Geschirr
  • Schlupfhalsband / Schlupfleine
  • Würger, Würgehalsband, Stachelhalsband
  • Halti

… je nach Bedarf mit diesen

  • Leine
  • Langleine
  • Schleppleine
  • Ausziehleine
  • Joggerleine / Fahrradleine
  • Gurtleine

kombinieren.

Halsband für Hunde

Weitere Bezeichnungen: festes Halsband, starres Halsband, Klickhalsband, Sicherheitshalsband, Halsband mit Sicherheitsverschluss, Halsband mit Klickverschluss

Am häufigsten werden Hunde an Halsband und Leine geführt, weil es einfach die traditionelle Methode ist. Halsband und Leine eignen sich aber nur für bereits erzogene und sehr gehorsame Hunde. Sie sind für die Erziehung oder für Hunde die auch nur hin und wieder nicht gehorchen eher ungeeignet.

Dies liegt daran das der untere Teil des Halses beim Hund sehr muskulös ist und es ihm so nicht unangenehm ist an der Leine zu ziehen. Ein Führen durch den Wechsel zwischen entspannter und angespannter Leine ist mit einem Halsband daher kaum möglich, da der Hund das Ziehen nicht als störend empfindet. Ganz im Gegenteil, jeder Zug an der Leine verursacht nur Gegenzug und hat zur Folge das der Hund permanent zieht.

Die ursprüngliche Verwendung von Leine und Halsband liegt in der Jagd, denn dort wird der Zug an der Leine ausgenutzt, indem die Hunde absichtlich auf Spannung gehalten werden. Der Hund schüttet Adrenalin aus und steigert sich in seine Aufgabe hinein. Mit dem Lösen der Leine am Halsband wird er dann auf die Beute gehetzt und die angestaute Energie wird explosionsartig entladen.

Ein Halsband eignet sich als Schmuck und zur Kennzeichnung des Hundes, indem man eine Plakette und die Steuermarke daran befestigt. In den meisten Regionen ist es vorgeschrieben, das der Hund unabhängig vom Transponder / Microchip mit Name und Anschrift des Besitzers gekennzeichnet werden muss.

Außerdem ist das Umlegen des Halsbandes oft kompliziert und langwierig. Man neigt dazu sich über den Hund zu beugen, was dieser als Bedrohung empfindet. Oft versucht sich der Hund aus der Umschlingung heraus zu winden, während man vergeblich versucht den Verschluss zu schließen.

Geschirr für Hunde

Weitere Bezeichnungen: Hundegeschirr, Anti-Zieh-Geschirr, No-Pull-Geschirr

Viele Hundehalter verwenden heute sehr gern ein Geschirr mit Leine, da sie meinen so die Wirbelsäule des Hundes zu schonen. Deshalb beginnen viele bereits beim Welpen mit einem Geschirr, allerdings ist ein Geschirr nicht geeignet einen Hund zu führen.

Das Geschirr wurde zum Ziehen von Gespannen erfunden, da der Hund so seine komplette Körperkraft einsetzen kann. Aus diesem Grund empfinden Hunde ein Geschirr gerade zu als Aufforderung zum Ziehen. Der Hund kann dabei seine ganze Körperkraft einsetzen und seinen Halter einfach in die gewünschte Richtung ziehen.

Neuerdings sind so genannte Anti-Zieh-Geschirre (No-Pull-Geschirre) beliebt, bei denen die Leine nicht am Rücken, sondern an der Brust des Hundes befestigt wird. Durch diese Befestigung wird der Hund automatisch zur Seite gezogen, wenn er zieht. Allerdings lernt der Hund dabei nicht was er falsch gemacht hat und manche Hunde können das System mit der Zeit durch eine veränderte Körperhaltung überlisten.

Außerdem ist es oft sehr mühsam und langwierig dem Hund ein Geschirr umzulegen. Man muss sich häufig über den Hund beugen und den Hund in verschiedene Positionen bringen, um alle Verschlüsse schließen zu können.

Allerdings eignen sich Geschirre und insbesondere die Anti-Zieh-Geschirre zur Befestigung des Hundes am Schlafplatz, auf dem Grundstück oder vor Geschäften. Durch das Geschirr wird die Verletzungsgefahr durch versehentliches Aufhängen am Halsband oder einen heftigen Ruck stark minimiert. Ebenso sollte ein Hund im Auto, beim Fahrradfahren oder Joggen eher am Geschirr befestigt werden, da die wirkenden Kräfte besser absorbiert werden können.

Schlupfhalsband und Schlupfleine für Hunde

Weitere Bezeichnungen: Schlinghalsband, Schlingleine, Zurrhalsband, Zurrleine, Moxon Halsband, Moxon Leine

Schlupfhalsbänder und Schlupfleinen sind insbesondere durch die Tierrettung bekannt, da sie dem Hund einfach übergeworfen werden, ohne das man ein Halsband benötigt. Das Umlegen von Schlupfhalsband und Schlupfleine gelingt sehr einfach, da man den Hund einfach mit Futter durch die Öffnung locken und es dann fast unbemerkt über seinen Kopf ziehen kann. Das geht sehr schnell und unkompliziert, weshalb es von Hunden besser akzeptiert wird.

Ein Schlupfhalsband besteht aus einer Schlinge, die zusammen gezogen wird und an einer normalen Leine befestigt werden kann. Dabei verhindern Puffer das der Zug zu fest wird oder sich die Schlinge so weit lockert, das der Hund heraus schlüpfen kann. Bei einer Schlupfleine sind Schlupfhalsband und Leine direkt mit einander verbunden.

Schlupfhalsbänder und Schlupfleinen werden insbesondere zum Vorführen von Hunden auf Ausstellungen oder zu Wettbewerben verwendet, da man den Hund damit sehr gut führen kann. Die Schlinge sitzt dabei am oberen Teil des Halses, wo der Hund weniger Muskeln hat und entsprechend empfindlicher auf die Entspannung oder Anspannung der Leine reagiert. Gerade deshalb eignen sich Schlupfhalsbänder und Schlupfleinen hervorragend um einen Hund zu führen und ihn zu erziehen.

Allerdings sollte man Hunde mit Schlupfhalsbändern und Schlupfleinen nie unbeobachtet lassen, da sie sich versehentlich daran aufhängen können. Schlupfhalsband und Schlupfleine eignen sich daher nicht zur Befestigung des Hundes vor Geschäften, am Schlafplatz, auf dem Hof, im Garten, im Auto, beim Joggen oder Fahrradfahren.

Würger, Würgehalsband und Stachelhalsband für Hunde

Würger, Würgehalsbändern oder Stachelhalsbändern sind nicht mit Schlupfhalsbändern oder Schlupfleinen zu verwechseln, auch wenn sie ähnlich aufgebaut sind. Würger oder Würgehalsbänder besitzen keinen Puffer zur Zugbegrenzung, weshalb ein Würgen des Hundes wirklich möglich ist. Stachelhalsbänder sind auf der Innenseite mit Stacheln oder Spitzen versehen, die den Hund ebenso würgen oder Verletzen können. Dagegen können Schlupfhalsbänder und Schlupfleinen den Hund durch die Zugbegrenzung nicht verletzen und sind auch nicht mit Stacheln versehen.

Vor der Verwendung von Würgern, Würgehalsbändern und Stachelhalsbändern kann an dieser Stelle nur abgeraten werden, da damit dem Hund absichtlich Schmerzen zugefügt werden. Solche Maßnahmen führen nicht zur Erziehung, sonder rufen nur Angst und Aggression hervor.

Halti (Halfti)

Ein Halti ist ein spezielles Halsband, welches nicht nur um den Hals, sondern auch um die Schnauze des Hundes gelegt wird. Manchmal wird es auch als Halfti bezeichnet, da es dem Halfter des Pferdes sehr ähnlich sieht. Man kann ein Halti auch einfach durch ein Schlupfhalsband oder eine Schlupfleine ersetzen, die dann am vorderen Ende wie eine 8 gedreht und dann um die Schnauze des Hundes gelegt wird.

Das Halti ist eine Steigerung zu Schlupfhalsband oder Schlupfleine und gibt dem Halter die Möglichkeit auch den Kopf und damit die Blickrichtung des Hundes zu kontrollieren. Ein Halti eignet sich insbesondere für sehr muskulöse Rassen oder schwer erziehbare Hunde.

Leine

Eine klassische Leine hat eine Länge zwischen 1m bis 2m und verfügt über einen Karabiner an einem und eine Halteschlaufe auf der anderen Seite. Eine Leine eignet sich zur einfachen Befestigung an einem Halsband, Geschirr oder Schlupfhalsband.

Langleine

Eine Langleine ist länger als 2 Meter und hat an beiden Enden einen Karabiner, sowie mehrere Ösen zum einhaken. Man kann auf diese Weise ganz einfach die Länge der Leine variieren und auf die äußeren Gegebenheiten oder die Vorschriften zur Leinenlänge anpassen. Außerdem kann man so auch eine große Schlaufe legen, um die Leine zu Schultern, damit man beide Hände frei bzw. nur ein Ende in der Führhand hat.

Schleppleine

Eine Schleppleine ist länger als 2m und eignet sich nicht zum Führen des Hundes im Alltag, da der Hund schlecht auf kurze Distanz gehalten werden kann. Heute gibt es zudem in den meisten Regionen Vorschriften zur Länge der Leine beim Führen eines Hundes in der Öffentlichkeit.

Schleppleinen eignen sich jedoch gut für das freie Spielen oder Training auf nicht eingezäunten aber freizügigem Gelände. Der Hund kann einen größeren Aktionsradius genießen und dennoch im Zweifelsfall sicher zurückgeholt werden. Insbesondere beim Trainieren des Freilaufs, kann eine Schleppleine eingesetzt werden, um den Hund an die neue Freiheit zu gewöhnen und seine eigenen Ängste zu überwinden.

Ausziehleine

Weitere Bezeichnungen: Schnippleine, Flexileine, ausziehbare Leine

Ausziehleinen sind umgangssprachlich als Schnippleinen bekannt und werden am liebsten für kleine Hunde verwendet. Da der automatische Einzug einen permanenten Zug auf der Leine hält, tritt der selbe Effekt ein wie bei einer straffen Leine am Halsband. Der Hund kann nicht gezielt geführt werden, sondern neigt zum Ziehen.

Ausziehleinen sind allerdings manchmal eine gute Alternative zu Schleppleinen oder Langleinen, da sie sich automatisch einziehen und so leichter verstaut werden können. Allerdings sollte man sie nie auf automatischen Auszug einstellen, sondern die gewünschte Länge ausziehen und darauf fest einstellen. Nur so bleibt kein permanenter Zug auf der Leine und der Hund kann den Unterschied zwischen entspannter und angespannter Leine bemerken. Eine Flexileine kann man jedoch nicht einfach fallen und durch den Hund hinterher schleppen lassen, da das Handstück zu schwer ist.

Joggerleine oder Fahrradleine

Eine Joggerleine oder Fahrradleine kann man sich wie einen Gürtel um die Hüften schnallen oder über die Schulter werfen wie eine Langleine. Außerdem haben heute viele Joggerleinen einen Puffer, der ruckartiges Ziehen abdämpfen sollen.

Gurtleine

Weitere Bezeichnungen: Gurtschnapper, Autoleine

Eine Gurtleine ist besonders stabil und hat einen Gurtschnapper, den man im Auto einfach wie einen Sicherheitsgut anschließt. Moderne Gurtleinen sind heute auch mit einem Puffer ausgestattet, der ruckartiges Ziehen abdämpfen soll.

Zusammenfassung: Halsband, Geschirr oder Leine für Hunde

Da du nun alle Hilfsmittel und ihre Beschreibung kennst, wirst du dich nun sicher fragen was du davon benötigst. Deshalb folgt hier noch einmal eine schnelle Zusammenfassung mit unseren Empfehlungen.

  • Spazieren gehen: Schlupfleine oder Schlupfhalsband mit Leine oder Langleine
  • Autofahren: Geschirr mit Gurtleine
  • Joggen / Fahradfahren: Geschirr mit Joggerleine oder Langleine
  • Freilauf: Halsband oder Geschirr und Schleppleine
  • Unbeobachtet anleinen: Geschirr und Leine, Langleine oder Kette
  • Jagd: Halsband und Leine oder Langleine

Wie du siehst ist es stark davon abhängig, was du mit deinem Hund machen möchtest. Entscheide dich daher je nach deinen Bedürfnissen für die richtigen Hilfsmittel. Am Anfang mag es einem unheimlich vorkommen, das man so viele verschiedene Dinge benötigt, aber du ziehst ja auch nicht zu jedem Zweck die selben Schuhe an.

Ein Anfänger oder Neuhundbesitzer sollte sich bestenfalls ein Halsband, ein Schlupfhalsband und ein Geschirr, sowie Langleine, Schleppleine und eine Gurtleine anschaffen, um für die gängigsten Zwecke gerüstet zu sein.

16. Juli 2017, 15:59 Uhr - FP4Lisa - © ipawi - https://ipawi.de/

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