Energie
Hunde sind Meister darin den Gemütszustand des Menschen schon an dessen Geruch oder kleinsten Anzeichen der Mimik und Gestik zu erkennen. Doch dein Hund wird deine Energie nicht nur bemerken, sondern sich auch an dir als sein Rudelführer orientieren und dich nachahmen. Deshalb sollte man nicht mit dem Hund trainieren, wenn man schlechte Laune hat oder gestresst und ungeduldig ist. Das Training soll schließlich Spaß machen und deshalb sollte der Mensch eine positive Energie ausstrahlen. Wenn du mit deinem Hund trainieren möchtest, solltest du dich in einen positiven Gemütszustand versetzen.
Struktur
Bevor du mit dem Training beginnen möchtest, solltest du dir Gedanken über den Inhalt des Trainings machen. Überlege dir genau was dein Hund lernen soll und wie du es ihm beibringen kannst. Viele Dinge bauen aufeinander auf und oft musst du deinem Hund erst die Grundlagen beibringen. Genauso solltest du mit einfachen Sachen beginnen, bevor du schwierige Tricks oder Kombinationen trainierst.
Für jeden Trick solltest du dir zuerst ein Sichtzeichen und ein Lautzeichen überlegen. Dabei sollte das Sichtzeichen sehr deutlich und das Lautzeichen sehr kurz gehalten werden. Außerdem musst du dir genau darüber im Klaren sein, wie dein Hund die Übung ausführen soll, damit du den genauen Ablauf auch einfordern kannst. Dazu kannst du dir eine persönliche Liste anlegen oder einfach unsere Liste mit Befehlen für Hunde verwenden und vielleicht später erweitern. So kannst du die Übungen immer gleich durchführen und alle Befehle eindeutig und deutlich verwenden.
Umfeld
Hunde reagieren sehr sensibel auf ihr Umfeld, deshalb sind sie in einer ruhigen Umgebung eher ruhig und in einer aufgeregten Umgebung eher aufgeregt. Ruhe hilft deinem Hund beim lernen, wie einem Kind bei den Hausaufgaben. Deshalb ist es von Vorteil neue Übungen zuerst in einer ruhigen Umgebung zu trainieren. Eine so genannte reizarme Umgebung ist beispielsweise ein Zimmer in der eigenen Wohnung. Erst wenn ein Trick richtig sitzt kann man die Ablenkung durch äußere Reize langsam erhöhen, indem man den Übungsort beispielsweise zuerst in den Garten, dann in einen Park und später in die Fußgängerzone oder auf den Hundeplatz verlegt.
Verstärkung
Hunde lernen über Verknüpfungen (Assoziationen) und man kann richtiges Verhalten ganz einfach verstärken, indem man es mit positiven Erfahrungen verstärkt. Deshalb sollte ein Hund immer belohnt werden, wenn er etwas richtig gemacht hat. Eine Belohnung kann ein bestimmter Laut, wie „Fein!“, eine Streicheleinheit, ein Leckerli oder ein Lieblingsspiel sein.
Wenn der Hund ein besonders gutes oder neues gutes Verhalten gezeigt hat, sollte man mehrere dieser Belohnungen mit einander verbinden. Später reicht nur noch eine Form der Belohnung, aber am Anfang ist Futter natürlich die größte Motivation. Dabei kann man extra Leckerli verwenden oder auch das normale Trockenfutter, das der Hund bekommt. Es ist aber wichtig, die Belohnungen von der normalen Futterration abzuziehen, damit der Hund nicht übergewichtig wird.
Außerdem ist es besonders wichtig die Belohnung innerhalb von 3 Sekunden nach dem gewünschten Verhalten zu beginnen. Nur so kann der Hund das gewünschte Verhalten mit der Belohnung verknüpfen. Durch die Belohnung wird das Verhalten mit einer positiven Erfahrung verknüpft und dadurch so verstärkt, das der Hund das gewünschte Verhalten bereitwilliger zeigt.
Dauer
Eine Übungseinheit sollte immer recht kurz gehalten werden. Je nach Hund und Alter sind 5-10 Minuten empfehlenswert. Man sollte auch nicht weiter machen, wenn es gerade sehr gut läuft. Zu lange Übungseinheiten überfordern den Hund, insbesondere wenn er etwas neues dazu lernen soll. Meist kann sich der Hund dann plötzlich nicht mehr konzentrieren und der Mensch wird schnell ungeduldig.
Abschluss
Das Training mit dem Hund sollte immer positiv beendet werden. Wenn die letzte Übung nicht geklappt hat, fordert man den Hund einfach zu einem Trick auf, den er bereits sicher beherrscht. Außerdem kann man an das Ende einer Übungseinheit immer ein Spiel hängen, das der Hund mag. So wird die Übung mit positiven Erlebnissen verknüpft, wodurch der Hund schneller lernt.
Wiederholung
Bevor ein Trick sicher sitzt, benötigt es oft viele Wiederholungen, die in zahlreiche Übungseinheiten über mehrere Tage hinweg verteilt werden. Dabei ist es wichtig immer geduldig zu sein und positiv an das Training heran zu gehen. Als Mensch muss man einfach lernen die kleinen Fortschritte zu erkennen und zu würdigen.
Um schneller Ergebnisse zu erzielen, kann man mehrere kleine Übungseinheiten auf den Tag verteilen. Oft vergisst man jedoch über den Tag hinweg immer wieder Trainingseinheiten einzubauen und manchmal muss man auch den inneren Schweinehund überwinden. Daher kann man sich kleine Rituale angewöhnen, indem man die Übungen mit bestimmten wiederkehrenden Alltagssituationen verknüpft. So kann man sich immer kleine Übungseinheiten vornehmen, wenn man von der Toilette kommt, ein Telefonat beendet hat oder in jeder Werbepause beim Fernsehen. Hier sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt und du kannst dich einfach mit kleinen Klebezetteln daran erinnern.
Außerdem ist es wichtig bereits gelernte Tricks immer wieder abzufragen, damit sie im Gedächtnis des Hundes bleiben. Denn auch der Hund vergisst Dinge, die er lange nicht gemacht hat, wie der Mensch. Und nicht jeder Trick wird all zu oft im Alltag verwendet, insbesondere wenn dein Hund ein paar unterhaltsame Tricks lernen soll.
Zusammenfassung: Tips zum Hundetraining
- positive Energie des Menschen
- strukturierter Plan für das Training
- reizarmes Umfeld
- positive Verstärkung durch Belohnung
- kurze Dauer der Übungseinheiten
- positiver Abschluss der Übungseinheiten
- häufige Wiederholung der Übung
Nun wünsche ich dir viel Erfolg beim Training mit deinem Hund!
